Kosten für die anwaltliche Tätigkeit

Prozessfinanzierung

Die Prozessfinanzierung ist eine juristische Finanzdienstleistung, die 1998 von der FORIS AG zum ersten Mal in Deutschland professionell angeboten wurde und inzwischen auch von anderen bekannten Versicherungsunternehmen betrieben wird. Innerhalb von zehn Jahren hat die FORIS AG über 7.000 Fälle geprüft mit einem Streitwertvolumen von mehr als 7 Milliarden Euro.

Der Prozessfinanzierer übernimmt die Prozesskosten für die Verfolgung privater oder gewerblicher Ansprüche. Voraussetzung ist ein Mindeststreitwert, der in der Regel bei 50.000,00 ¤ liegt. Dafür erhält der Prozessfinanzierer im Erfolgsfall einen Teil des erzielten Erlöses. Die Höhe der Beteiligungsquote ist vom Einzelfall abhängig, d. h. vom Streitwert, dem Kostenrisiko und der Anzahl der erforderlichen Instanzen. Im günstigen Fall beträgt die Beteiligungsquote bei der FORIS AG 10 % vom tatsächlich erzielten Erlös. Führt die Auseinandersetzung zu keinem Erfolg, dann trägt der Prozessfinanzierer die Kosten des Verfahrens, nämlich die Kosten für den eigenen Rechtsanwalt, die Zeugen- und Sachverständigenkosten, die Gerichtskosten und die Kosten des gegnerischen Rechtsanwalts.

Dem Prozessfinanzierer ist die Klageschrift nebst Belegen vorzulegen. Dann unterbreitet er ein Angebot zur Prozessfinanzierung. Dazu unterzieht der Prozessfinanzierer die eingereichten Unterlagen einer intensiven juristischen Prüfung. Erst wenn nach Auffassung des Prozessfinanzierers entsprechende Erfolgsaussichten bestehen, wird der Fall übernommen.

Auf diese Weise erhält der Anspruchsinhaber die Chance, einen berechtigten Anspruch ohne Kostenrisiko einzuklagen.

Ich selbst habe bereits Erfahrungen mit der FORIS AG gesammelt. In einer Erbschaftsauseinandersetzung habe ich vor einigen Jahren eine Klage auf einen Pflichtteil und einen Ergänzungspflichtteil von dem Prozessfinanzierer prüfen lassen. Da die Ansprüche aus Sicht der FORIS AG bereits verjährt waren, lehnte sie die Prozessfinanzierung ab. Mit einer guten juristischen Argumentation habe ich für meinen Mandanten aber erreichen können, dass der Gegner auf die Einrede der Verjährung verzichtet hat. So konnte der Prozess auch ohne einen Prozessfinanzierer geführt und mit einem Vergleich in erster Instanz abgeschlossen werden. Dabei hat der Pflichtteilsberechtigte eine schöne Summe erzielt, die die Prozesskosten bei weitem überstiegen hat.